Ein leiser Dezember: was ich in dieser Saison nicht mehr mache
Ich habe lange gebraucht, um Dezember leise zu mögen. Lange habe ich versucht, die Atmosphäre zu reproduzieren, die in den Magazinen steht. Lichterketten, Geschenkpapier in fünf Lagen, drei Weihnachtsfeiern, ein Adventskalender für jedes Familienmitglied. Es hat nie funktioniert. Was funktioniert, ist Verzicht. Nicht im religiösen Sinn, im rein hausgemachten. Was ich seit ein paar Jahren in dieser Saison nicht mehr mache: keine Termine nach 18 Uhr, wenn es nicht sein muss. Keine Online-Bestellungen mehr ab dem ersten Advent. Keine drei Sorten Gebäck, sondern eine. Ich gehe stattdessen früher schlafen, lese mehr, und mache am 23. einen Spaziergang am Atlantik, der mein Familienritual geworden ist, ohne dass wir es geplant hätten. Es klingt nach Verzicht, fühlt sich aber nach Ankommen an. Dezember ist die Saison, in der mein Körper Ruhe braucht. Ich höre ihm zum ersten Mal zu, statt ihn zu betäuben.