Warum ich nach Ericeira gezogen bin und nicht wieder weg will
Im Frühjahr 2018 habe ich an einem Mittwoch eine Wohnung in Hamburg gekündigt, die ich liebte. Es gab keinen Anlass, der dramatisch genug war, um die Entscheidung zu erklären, und alle haben höflich nicht nachgefragt. Sieben Jahre später, ein zwölfjähriges Kind, ein anderes Land, eine andere Sprache, ein anderer Boden unter den Füßen. Ich weiß immer noch nicht genau, was es war, das mich hierher gezogen hat. Ich weiß nur, was mich hier hält. Das Licht im November. Der Geruch von Diesel und Salz am Hafen von Ericeira an einem Dienstag, wenn die Boote zurückkommen. Die Tatsache, dass ich mit meiner Tochter zum Brot um die Ecke gehe und unterwegs vier Sprachen höre, in keiner davon ein Wort über Optimierung. Ich bin keine Auswandererin im stolzen Sinn. Ich bin eine Frau, die einmal nach Süden gefahren ist und nicht zurückkam.